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Aalskuhlentapezierer - Als Aalskuhle bezeichnete man früher die Sickergrube für das Plumpsklo. Sie befand sich meist auf dem Hinterhof. Meistens alle 2 Monate musste diese Grube geleert werden. Dazu kam der "Tapezierer", der die Grube wieder "entleerte, schön machte, tapezierte". Dazu wurde ein dickes Rohr durch den Hausflur gezogen und die Grube leergepumpt. Ganze Straßenzüge rochen in der Zeit der Entleerung schon von weitem. Das Auftreten des Aalskuhlentapezierers ist z.B. in Lirich bis Mitte 1950 belegt. Private Entsorgung fand mit dem sog. "Aal-Schepper" statt: ein langer Stiel mit einem Eimer daran. Der Vorgang wurde dann als "Jauchzen" bezeichnet.
Aapeklooth - Ein Aapeklooth oder Aapekloon ist wohl ein "Affenclown". Hintergrund ist völlig unbekannt. Aber ich tippe mal auf niederländische Einflüsse.
Baracken-Kuzorras - Ernst Kuzorra war in früheren Jahren ein bekannter Fußballspieler. Die Bezeichnung Baracken-Kuzorras erhielten demnach Fußballgemeinschaften, die meist in Hinterhöfen ihrem Hobby Fußball nachgingen.
Buxe - Eine "Buxe" ist einfach nur eine Hose.
Centro - Die einzig korrekte Aussprache von "Centro" lautet "Zentro", weder "Schentro" noch "Zentro-Oh" sind korrekt.
Dippekuchen - Aus unerfindlichen Gründen wird ein Pfannkuchen in Teilen von Oberhausen als "Dippekuchen" bezeichnet.
Drickes, stiefer - Die leicht abwertende, kölnische Bezeichnung für Heinrich lautet "Drickes". In Oberhausen wird "stiefer Drickes" als Beschreibung für einen körperlich ungelenken Menschen benutzt, i.e. jemand, der bei den Bundesjugendspielen statt Urkunde nur einen Dauerlutscher als Trostpreis vom Sportlehrer bekommt
Erpelschluth - Erpeln oder Erpels sind Kartoffeln, "Erpelschluth" dagegen Kartoffelsalat.
ewes - Auch mit doppeltem "w" geschrieben und gesprochen. Ewwes bedeutet "etwas" oder "mal": "Gib mir ewes ewes Brot" (Gib mir mal etwas Brot).
Fillimontang - Eingedeutschte Bezeichnung der Vieille Montagne, einer belgischen Firma. In Oberhausen wurde die Fillimontang aber auch einfach nur Zinkfabrik Altenberg genannt.
Futtsack - Wenn etwas nicht so funktioniert, wie es soll, spricht man von einem "Futtsack". Dies kann z.B. ein Kurzschluss, aber auch ein irreparables Ding sein. Ebenso ist der Begriff als temporäre Beschreibung eines Zustands gebräuchlich: "Zur Zeit ist Futtsack mit der Konjunktur."
Gedöns - Auch: Gedöne. Überflüssiger Tand. Dinge ohne Sinn.
geflust bekommen - Einen geflust bekommt man, wenn man aus Versehen in die Steckdose packt, man also einen elektrischen Schlag bekommt.
Kaffeeteute - Unschwer zu erraten: eine Kaffeekanne, meist getragen von den Bergleuten an einem Tau oder einer Kordel.
Kappes - "Kappes" bedeutet "Weißkohl". Die Bedeutung ist wohl von "Kopfsalat" abgeleitet, da "Kappes" auch "Kopf" bedeutet. Eventuell kommt daher auch das Wort "Kapper" für "Frisör".
Kappeskrieg - Dieses Wort existiert nur in Oberhausen. Es entstand zu der Zeit, als Oberhausen einen neuen (zweiten) Stadtmarkt in Richtung Rathaus bauen wollte. Das brachte die eingesessenen Bauer auf dem Altmarkt so in Rage, dass sie streikten und ihren Kappes vor das Oberhausener Rathaus schütteten.
Karo - "Karo" bedeutet "Brot".
Klümbskes - Abgeleitet von "Klumpen", "Klümpchen". Gemeint sind Bonbons. Auch: "Klümkes"
Klüngelspitt - Der Klüngels-Pitt oder Klüngelsmann fuhr mit seinem Laster durch die Straßen und sammelte Alteisen aller Art. Auch heute noch gurken einige Laster durch Oberhausen und machen mit einer lauten, komisch klingenden Melodie auf sich aufmerksam.
Knies - Ein Kind, das den ganzen Tag im Sandkasten gespielt hat, hat ganz bestimmt Knies unter den Fingernägeln und an anderen Stellen. Knies muss man in den meisten Fällen mühsam abkratzen, wegbeizen oder ausschneiden. Knies ist also hartnäckiger Schmutz.
Lot - Maßeinheit. Ein Lot Kaffee ist soviel wie "etwas mehr als ein leicht gehäufter tiefer Kaffeelöffel" (ca. 20 Gramm).
Mauken - Der Begriff "Schweißmauken" ist wohl geläufiger. "Mauken" sind Füße, siehe auch "Quanten"
MEO - Moderner Begriff für die Region Mülheim, Essen, Oberhausen.
Monte Schlacko - Der Tafelberg für Oberhausener: Schlackehalden wurden oft als Monte Schlacko bezeichnet.
Muckefuck - Ersatzkaffee, der im entfernten Sinne an Malzkaffee erinnerte. Allerdings nur, wenn man keine Geschmacksnerven mehr besaß. Gemacht wurde er unter anderem aus Zichorien. Man kann aber auch Löwenzahnwurzeln nehmen. Eigentlich kann man alles dafür nehmen, was man im Garten so findet.
Oberhauser - Dieser Begriff für einen Einwohner von Oberhausen (m/w) wurde entwickelt, kurz nachdem Alstaden den Alstader erfunden hatte :) Nicht korrekt dagegen ist die Verwendung von "Oberhäuser", da sträuben sich selbst einem Oberhauser die Nackenhaarer.
Ohr - Aus unerfindlichen Gründen wurde der ehemalige Raseneisenstein (also das frühe Erz) "Ohr" genannt. Das führte mitunter zu komischen Gesprächen: "Hey Mutti, ich hab' hier ein Ohr gefunden! ... " Interessant wäre auch die Vermutung, dass der Name "Oberhausen" eigentlich aus "Ohrhausen" gebildet wurde...
Otzen (lassen) - "Otzen" sind Reste, meist gebraucht im Zusammenhang "Essensreste". "Otzen lassen" tut man, wenn man seinen Teller nicht aufessen tut. Dies war allerdings "unheilig", und beschwor sowohl die Rage der Mutter als auch den Regen hervor.
Panhas - Allerweltslebensmittel. Hergestellt aus Wurstbrühe und Weizenmehl (teilweise auch Buchweizenmehl) und ein paar Gewürzen. Alles zusammenmischen und kochen. Den erkalteten Brei in Streifen schneiden und erneut braten. Der Brei soll sich allerdings auch hervorragend zum Kleben von Papier bewährt haben :) Eine zweite Bedeutung: In der "Panhasfabrik" arbeiteten die Leute, die aus Kohle Briketts gepresst haben.
Pisselunder - Achtung, die S-Laute werden weich gesprochen! Der Begriff "Pisselunder" kann auf vielfältige Weise benutzt werden. Zunächst als Schimpfwort für einen Menschen, der langsam und unordentlich arbeitet. Daneben bezeichnet Pisselunder auch eine Ansammlung von wertlosen Sachen ("Pack deinen Pisselunder zusammen!" oder dient als Ausdruck für eine mangelhaft befriedigende Situation ("Das ist doch alles Pisselunder, was du da treibst!")
Pitter - Anscheinend ist "Pitter" einziger männlicher Katzenname im gesamten Oberhausener Gebiet. "Pitter" bedeutet wohl "Peter". Ein "Pittermesser" ist dagegen ein kleines Schälmesser (von franz. "petite"?). Der "Pittermann" wird in der Bedeutung "Gefängnis" gebraucht.
Pollack / Pollackenflachrennen - Allgemein gebräuchliche, abwertende Bezeichnung für einen Menschen. Eigentlich ist "Pollack" abgeleitet von "Pole". Da viele Arbeiter während der industriellen Blütezeit aus Polen zugezogen sind, hat sich der Begriff "Pollack" seit der Jahrhundertwende eingebürgert. Der Begriff war nicht immer ein Schimpfwort, sondern wurde teilweise auch liebevoll auf "Polläckchen" oder "Läckchen" verniedlicht. Heutzutage wird allgemein noch der Begriff "Pollackenflachrennen" als Umschreibung für den Winter- oder Sommerschlussverkauf verwendet. ("1. Entscheidungsrennen" und "2. Entscheidungsrennen")
Prött - Prött bedeutet soviel wie "alter, abgestandener Kaffee". Dieser soll allerdings "schön machen", wie viele Leute mir berichtet haben...
Pröttel - Lautmalerische Umschreibung für ein "altes, beinahe fahruntüchtiges, auf jeden Fall TÜV-inkompatibles Automobil".
Püngel - Der Püngel ist das Bündel Arbeitskleidung des Bergmanns, das er auf seinem Rücken trug, und zwar entweder schmutzig nach Hause oder sauber zur Zeche.
Quante - Eine "Quante" ist ein Fuß. "Quanten" sind daher Füße, siehe auch "Mauken".
Revierlack - Bis in die 70er hinein wurde als "Revierlack" alles bezeichnet, was weiße Wäsche in irgendeiner Form farbig machen konnte, so z. B. schwefelige Abgase, Rußpartikel und sonstige Ausdünstungen der Industrie. Besonders hartnäckig war der Revierlack in Osterfeld, dort rosteten nach einem Regen innerhalb von Minuten sogar sämtliche Eisenteile, die an der sogenannten frischen Luft lagen.
Sarras - Ein Sarras ist ein ungehobelter Klotz, Bengel ("Der Sarras hat mir alle Äppel weggefuttert").
schäbbich - Ein schäbbiches Wetter ist ein usseliges Wetter. Schäbbich ist alles nicht wirklich Schöne auf der Welt.
Schnieders Kurasche - Abgeleitet von "Schneiders Courage". Dieser Begriff bezeichnet einen preisgünstigen Bohneneintopf, der sich seinerzeit prima zum Eintüten in den Henkelmann eignete.
schnuppen - Schnuppen kann man an der Bude, es bedeutet Klümbskes (Bonbons) essen.
schrappen - Unter "schrappen" versteht man wohl in erster Linie harken, zusammenbringen. Schrappig ist jemand, der geizig ist. "Eisenschrappen" bezeichnet eine Tätigkeit, die man besonders als Kind und Jugendlicher gemacht hat: Alteisen sammeln und an den "Klüngelspitt" verkaufen.
Stissel - Die Herkunft von "Stissel" ist unklar. Benutzt wird es als Schimpfwort ("Duuuu Stissel, duuu!")
Trallafitti - Auf "Trallafitti" geht man, wenn man eine kurze, meist unnötige Reise zu seinem Vergnügen unternimmt.
transenieren - Wenn man jemanden "transeniert", dann bedrängt man ihn, im weitesten Sinne. Vermutlich ist das Wort eine Zusammenfassung von drangsalieren und tyrannisieren.
usselig - Alles unangenehme ist "usselig". Ein usseliges Wetter ist ein von Sonnenschein nicht verwöhntes Nieselwetter.
Wosch - "Wosch" bedeutet Wurst, es ist wahrscheinlich eine lautmalerische Umschreibung.
Wottel - Wurzel. Meist in der Bedeutung "Karotte" gebraucht.
Zillemännchen - Modifizierter Knallkörper. Ein bei Jugendlichen sehr beliebter kleiner Spaß ist das "auseinanderpfriemeln" von kleinen Knallmatten, so dass man die kleinen Sprengkörper einzeln verwenden kann. In anderen Gebieten wird auch der Name "Zisselmänner" benutzt.
Zitsch - Lautmalerische Umschreibung für den Kohlensäuregehalt eines Getränks. Sprudel ohne "Zitsch" schmeckt fad.


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