Urbeginn


  • Urbeginn - Die Großplastik des Düsseldorfer Bildhauers Prof. Ewald Mataré, die in der Grünanlage zwischen Schloß und Kanal aufgestellt ist. Ungewöhnlich groß, 5 m im Umfang und 3 m hoch, erhebt sich ein in sich verschlungenes amphibienhaftes, urweltlich phantastisches Wesen aus dem Wasser eines Beckens (9 m Durchmesser): Symbol des "Urbeginns". Seine Oberfläche ist aus plattiertem Kupfer. Die Plastik, eine Stiftung für die städtische Galerie, wurde 1962 aufgestellt. (Quelle: Oberhausener Heimatbuch 1964)
  • Leider ist die Plastik nicht mehr im Kaisergarten zu finden. Aber wo befindet sie sich jetzt?


Auf der Suche nach weiteren Informationen über die verschwundene Plastik "Urbeginn" habe ich die folgende Auskunft erhalten:

Im Werkverzeichnis von Sabine Maja Schilling "Ewald Mataré. Das Plastische Werk", Köln 1994, Nr. 524 findet man die Plastik "Urbeginn".
Die Plastik ging aus einem Modell hervor, das zu einem Entwurf als Mahnmal für die Henkel-Werke gedacht war. 1960 fand es Verwendung als Modell für die Plastik "Urbeginn".
Organisch anmutende, formlos-bucklige Masse, die auf fünf Stützen in einem ovalen Wasserbecken von 9m Durchmesser aufgestellt war und somit eine schwimmende Wirkung erzielte.
Die Plastik war eine Stiftung der Henkel-Werke, Düsseldorf an die Städtische Galerie Schloß Oberhausen. Als Aufstellungsort wählte man ein Wasserbecken zwischen dem Schloß und dem Rhein-Herne-Kanal.
Aus Restaurierungsgründen mußte die Plastik aus dem Schloßbereich entfernt werden. Da eine Wiederaufstellung von der Stadtverwaltung aus finanziellen Gründen abgelehnt wurde, beseitigte man die Großplastik.
Als Literaturangabe im Werkverzeichnis findet man den Hinweis auf den Groß-Oberhausener Stadtanzeiger, 13.11.1962 mit Abbildung, Titel "Urbeginn im Nieselregen".

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei Rainer M. Ludorff, Galerie Ludorff GmbH, Königsallee 22 III, 40212 Düsseldorf für die Informationen.


Schlagzeilen aus der Lokalpresse von 1972

  • Um Mataré-Plastik kündigt sich Wirbel an.
  • CDU: "Im Auftrage der Stadt vernichtet?"
  • 'Urbeginn' - eine Tragikomödie
  • Haben Kinder die Plastik zerstört?
  • "Urbeginn"-Trümmer wurden sichergestellt

1962 verursachte sein Einzug in Oberhausen Aufsehen: Ewald Matarés "Urbeginn" kam auf einem Spezialtransporter. Die Polizei begleitete ihn mit Blaulicht und Martinshorn. Nur 10 Jahre später rutschte die Plastik ganz still von ihrem Podest, und es wäre der Stadtverwaltung sicher am liebsten gewesen, wenn sie ganz ohne Aufsehen verschwunden wäre...
Die CDU-Stadtverordneten fragten die Verwaltung: "Ist eines der berühmtesten Spätwerke Matarés, ein Geschenk der Henkelwerke an die Stadt Oberhausen, im Auftrag der Stadt total vernichtet worden?"
Die CDU schrieb weiter, Zeugen hätten ihr mitgeteilt, die Plastik "Urbeginn", die einen Zeitwert von etwa 150.000 DM gehabt habe, sei von städtischen Angestellten mit Vorhämmern zerschlagen worden. Die Feuerwehr habe dann versucht, die Überreste zu retten.
Oberbaudirektor Gütle, der für die Sicherstellung der "Urbeginn"-Trümmer verantwortlich war, stellte die Sache anders dar. Nachdem die Plastik sich von dem verrosteten Sockel gelöst hatte, habe sie einen Gefahrenpunkt erster Ordnung dargestellt. Es habe sich auch gezeigt, daß zwar die kupferne Oberfläche noch einigermaßen erhalten, die inneren Verstrebungen jedoch völlig verrottet gewesen seien. Nach oberflächlichen Schätzungen glaubte man, daß eine Restaurierung der Plastik etwa 30.000 bis 40.000 DM kosten würde.
Sicher war nur, daß die Plastik von ihrem Sockel rutschte, äußerlich aber unversehrt schien. Wenige Wochen später aber wies ihre Oberfläche ein großes Loch auf. Wenn man herumfragte, wie das Loch in den "Urbeginn" gekommen sei, hörte man, das müßten wohl Kinder gemacht haben.

Quelle: WAZ vom 09.08. und 19.08.1972


  • Schade eigentlich! Die Plastik würde auch heute noch im Kaisergarten garantiert gut aussehen!


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