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Mit der Eisenbahn kam 1847 der Fortschritt in unsere Gegend: mitten in der nur spärlich besiedelten Lipperheide baute die Cöln - Mindener Eisenbahngesellschaft einen Bahnhof, die nach dem nahegelegenen Herrschaftssitz benannte "Station Oberhausen". Ab dem 15. Mai 1847 verkehrten hier vier Züge am Tag: zwei in Richtung Köln und zwei in Richtung Minden.
(Abb. 1) Als der erste Zug die Station erreichte, gab es die Gemeinde Oberhausen noch nicht. Die Zeitzeugen mußten weite Wege auf sich nehmen, um das Wunder der Technik bestaunen zu können.
Der einsetzende Eisenbahnboom brachte einen unerwartet großen Bedarf an Schienen. Die Hütten liefen auf Hochtouren. Da die Hochöfen zu dieser Zeit noch mit Holzkohle betrieben wurden, führten die steigenden Produktionszahlen zwangsläufig zur Verknappung des Brennstoffs. Als Folge davon versuchten die Hüttenleute immer wieder vergeblich, die Holzkohle durch Steinkohle zu ersetzen. Die Steinkohle, die im Ruhrtal zutage trat und in kleinen Stollenbetrieben abgebaut wurde, eignete sich für diese Zwecke nicht, sie ließ sich nämlich nicht verkoken. Für einen guten Koks brauchte man nach englischen Erfahrungen Fettkohlen, die hier im Ruhrgebiet aber tief in der Erde lagerten.
Diese Vorräte wollte Franz Haniel (1779 – 1868), einer der Gewerken der Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi Haniel & Huyssen (JH&H), für die Betriebe seiner Gesellschaft erschließen und ließ 1832/33 in Essen unter großen Schwierigkeiten den ersten senkrechten Schacht durch die lockeren, wasserführenden Schichten des Deckgebirges teufen (= herstellen). Damit begann das Zeitalter der "Tiefbauanlagen". Sie breiteten sich im Laufe der Jahre nach Norden aus, obgleich das Deckgebirge hier immer mächtiger wurde und die beim Schachtbau auftretenden Schwierigkeiten wuchsen. 1846 erreichten die Bohrkolonnen der "Schürfer" auch das heutige Oberhausener Stadtgebiet.
An dieser Stelle ist zunächst einmal die Frage zu klären, welche gesetzlichen Hürden die Investoren zu überwinden hatten, bevor der Staat ihnen das begehrte Bergwerkseigentum, die Voraussetzung für den Betrieb einer Zeche, verlieh.
Seit 1766 mußten sie für das Aufsuchen von Steinkohle bei der Bergbehörde einen "Schürfschein" für ein bestimmtes, noch nicht gemutetes oder verliehenes Feld beantragen. Dieser galt ein Jahr und sechs Wochen, wurde aber anstandslos verlängert, falls die Schürfarbeiten – hier das Niederbringen der Bohrlöcher – länger dauerten. Wenn der Schürfer fündig wurde – d.h., wenn er ein Kohlenflöz angebohrt hatte –, legte er beim zuständigen Bergamt "Mutung" ein. Bevor die Behörde jedoch das Bergwerkseigentum verleihen konnte, mußte ein Beamter bei der "Inaugenscheinnahme" den Fund an Ort und Stelle besichtigen. Diese Vorschrift ließ sich später, als die Kohle unter immer dickeren Deckgebirgsschichten gesucht wurde, nur mit kostspieligen Mutungsschächten erfüllen. Deshalb erlaubte eine Verfügung von 1853, das Bergwerkseigentum nur auf Grund eines Bohrlochfundes zu verleihen.
Soweit die bergbehördlichen Vorschriften.
Südlich der Emscher, also in Alt-Oberhausen, verlieh das zuständige Bergamt (Essen-) Werden die später aus vielen Einzelfeldern zusammengefaßten (konsolidierten) Steinkohlenbergwerke "Alstaden", "Concordia", "Oberhausen" und "Roland". Wegen ihrer Lage in der Lipperheide, unter der man lange Zeit ein Steinkohlenlager mit großer Sicherheit ausschloß, nannte man die Schachtanlagen "Heidezechen".
Die Teufarbeiten für den ersten Schacht in diesem Gebiet, Roland 1, begannen im 1. Quartal 1847.Bei der näheren Betrachtung der "Heidezechen" orientiert sich der Chronist jedoch nicht am Teufbeginn sondern an der Förderaufnahme der jeweiligen Anlage. Und die ersten Kohlen kamen auf der Zeche Concordia 1 zutage.
(Abb. 2) Die Grubenfelder der "Heidezechen". In den einzelnen Feldern ist die Lage der Schächte markiert.
Concordia
Roland
Oberhausen
Alstaden
Der Steinkohlenbergbau in Alt-Oberhausen. Eine Ausarbeitung von Fritz Pamp. ©2004-2005 www.oberhausen-rheinland.de
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