Kohlenarten, Flöznamen und Kohlensorten

Gestaffelt nach ihrem Alter unterscheidet man folgende Kohlenarten:

  • 1. Anthrazit und Magerkohle (weniger als 12% Flüchtige Bestandteile).
  • 2. Eßkohle (12% bis 19% Flüchtige Bestandteile).
  • 3. Fettkohle (19% bis 28% Flüchtige Bestandteile). Sie eignet sich zur Verkokung.
  • 4. Gaskohle (28% bis 35% Flüchtige Bestandteile).
  • 5. Gasflammkohle (35% bis 40% Flüchtige Bestandteile), und als jüngste Kohlenart
  • 6. Flammkohle (mehr als 40% Flüchtige Bestandteile).

Als Flüchtige Bestandteile bezeichnet der Bergmann die Gase und Dämpfe, die aus der Kohle entweichen, wenn man diese unter Luftabschluß auf 900°C erhitzt.

In engem Zusammenhang mit den Kohlenarten stehen die Namen der Flöze, d. h. man kann, von einigen Grenzfällen abgesehen, aus dem Flöznamen auf die Kohlenart schließen. In den Partien der Magerkohle heißen die Flöze im Ruhrgebiet Sarnsbank, Wasserbank, Hinnebecke oder Besserdich. In den Eßkohlenschichten gibt es die Namen Plaßhofsbank, Girondelle, Geitling, Finefrau, Kreftenscheer oder Mausegatt, während in der Fettkohle Vornamen wie Katharina, Gustav, Hugo und Ernestine auftauchen. Die Buchstabenflöze L bis A und die Flöze der Zollverein - Gruppe gehören zu den Gaskohlen; Flöze mit den Bezeichnungen Y bis M und Aegir zählen zu den Gasflammkohlen. Die jüngsten Flöze der Flammkohle sind mit Namen aus den germanischen Götter- und Heldensagen belegt. Hier finden wir die Bezeichnungen Rübezahl, Iduna, Erda und Baldur.

Die Kohle kommt in folgenden Kohlensorten, die sich in der Korngröße unterscheiden, auf den Markt:

  • 1. Knabbeln in der Größe von 120 mm bis 80 mm
  • 2. Nuß 1 in der Größe von 80 mm bis 55 mm
  • 3. Nuß 2 in der Größe von 55 mm bis 35 mm
  • 4. Nuß 3 in der Größe von 35 mm bis 22 mm
  • 5. Nuß 4 in der Größe von 22 mm bis 12 mm
  • 6. Nuß 5 in der Größe von 12 mm bis 8 mm
  • 7. Feinkohle in der Größe von 8 mm bis 6 mm

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