Barrierefreie Textversion

Sie sind hier:

Montanindustrie

Stahlindustrie

Bergbau

Bergbauges. Concordia

Zeche Concordia 1

Zeche Concordia 2/3

Zeche Concordia 4/5

Kraftwerk Concordia

Stillegung der Concordia

Projekt "Tiefer Fallschacht"

Daten

Zeche Alstaden

Zeche Oberhausen

Zeche Roland

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

"Stadt der guten Hoffnung"

Gästebuch

Sitemap

Kontakt

Impressum


In den späten 1890er Jahren konnten die Concordia-Zechen ihre Kunden nicht mit den gewünschten Mengen Kohle und Koks beliefern, weil die Betriebe mit 1 Mill. Tonnen Jahresproduktion voll ausgelastet waren. Deshalb beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat der Concordia, Bergbau-Aktien-Gesellschaft, eine weitere Doppelschachtanlage mit einer leistungsfähigen Kokerei zu bauen, Concordia 4/5. Für die Tagesanlagen besaß die Gesellschaft etwa 1,5 km nordöstlich der Schachtanlage Concordia 2/3 ein Gelände, welches im Osten durch die Bahnlinie Oberhausen – Wesel, im Süden durch die Güterzugstrecke Oberhausen-West – Osterfeld-Süd und im Westen durch die Mathildenstraße (= Buschhausener Straße) begrenzt wurde. Die Mathildenstraße diente als Hauptverbindung zwischen Oberhausen und Buschhausen. Die nördliche Grenze bildete damals noch die Emscher, weiter nördlich liefen die Bauarbeiten für den Rhein-Herne-Kanal. Es war geplant, die Emscher anschließend auf das Nordufer des Kanals zu verlegen.


(Abb. 63) Die Skizze zeigt die Lage und die Grenzen des Grundstücks, auf dem der Tages-betrieb der Zeche Concordia 4/5 entstehen soll. Der Verlauf der Emscher vor der Verlegung nach Norden ist ebenfalls dargestellt.


Das weitläufige, nur von der Mathildenstraße aus zugängliche Grundstück ermöglichte den Architekten, die Gebäudekomplexe großzügig anzuordnen und durch breite Werksstraßen sowohl zu gliedern als auch zu verbinden.


(Abb. 64) Lageplan der Tagesanlagen der Zeche Concordia 4/5 aus dem Jahre 1904.


Durch dieses beinahe perfekte Konzept konnte sich der Tagesbetrieb in den folgenden Jahrzehnten entwickeln, ohne daß die späteren Baumeister das einheitliche Bild zerstören mußten.

Die Teufarbeiten für den mit 6 m Durchmesser geplanten Schacht Concordia 4 begannen im Frühjahr 1900. Er erreichte in 105 m Tiefe das Steinkohlengebirge und 30 m tiefer ein 1,50 m mächtiges Flöz. Gleichzeitig trieben Bergleute der Zeche Concordia 1 auf der 3. (220 m-) Sohle eine Strecke zum Schacht 4 und fuhren im "Gegenort" der Teufmannschaft entgegen. Durch diese Maßnahme konnte die neue Zeche bereits im April 1903 die Förderung aufnehmen.
Noch im selben Jahr setzten die Schachthauer 80 m östlich den Schacht Concordia 5 ebenfalls mit 6 m Durchmesser an. Dieser ging im April 1905 als ausziehender Wetterschacht in Betrieb. Der Lüfter saugte in der Minute 7 000 cbm verbrauchte Luft aus der Grube. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Schacht Concordia 3 die Abwetter der neuen Schachtanlage übernommen.
1905 wurde eine Kokerei mit 65 Öfen (Batterie 5) fertiggestellt. Sie produzierte neben Koks auch Ammoniak und Teer. Schon drei Jahre später (1908) kamen die Batterie 6 mit 56 Öfen und eine Benzolfabrik in Betrieb.
Im Jahre 1908 lieferte und montierte die Firma Schüchtermann und Kremer aus Dortmund eine Aufbereitungsanlage für die Kohle.

Vor dem geplanten Ausbau der Kokereikapazität mußte die Infrastruktur den Erfordernissen angepaßt werden. 1912 gingen ein Kohlenturm mit 3 000 t Fassungsvermögen, eine Anlage zur Reinigung des Benzols und ein 50 000 cbm-Teleskopgasbehälter in Betrieb. Dieser Gasometer diente als Zwischenspeicher für das Kokereigas, wenn das Angebot den Verbrauch überstieg. Das "Abfackeln" des Überschußgases war nun nicht mehr notwendig.


(Abb. 65) Die Zeche Concordia 4/5 im Jahre 1960. Etwa in der Bildmitte ist der Teleskopgasometer zu sehen. Die Führungskonstruktion sorgte dafür, daß sich die "Glocke" abhängig von der gespeicherten Gasmenge aufwärts und abwärts bewegen konnte. Der Füllungsgrad war bei dieser Bauart im Gegensatz zum Scheibengasometer am Rhein-Herne-Kanal von außen erkennbar.


Die oben angesprochene Erweiterung ließ sich mit der Inbetriebnahme der Batterien 7 und 8 in den Jahren 1913 bzw. 1915 realisieren. Damit produzierte die Kokerei Concordia 4/5 mit 233 Öfen.Gleichzeitig brachte die Lieferfirma die Beschickung der Koksöfen auf den neuesten technischen Stand: die kleinen Wagen, die nur ein Fülloch in der Ofendecke bedienten, mußten elektrisch angetriebenen Füllwagen weichen. Als Abschluß der Modernisierung wurde in den 1920er Jahren der Koks nicht mehr auf dem Koksplatz von Hand gelöscht, sondern in einem Löschwagen unter den Löschturm gefahren.