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"Stadt der guten Hoffnung"

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Warum nannte sich die Stadt Oberhausen "Wiege der Ruhrindustrie"? Was tat sich auf dem Gelände links und rechts der Essener Straße, als hier noch die Schornsteine rauchten? Als zwischen Rhein-Herne-Kanal und Läppkes Mühlenbach einerseits und den Schienensträngen der Eisenbahnlinien Oberhausen-Arnheim und Köln-Minden andererseits das Herz der Oberhausener Stahlindustrie schlug?


(Abb. 1) Die Postkarte aus dem Jahre 1910 zeigt die Eisenhütte I von Süden. Sie ist typisch für die damalige Zeit: alle Schornsteine mußten rauchen! Und wenn der Fotograf nicht alle Kamine im Sollzustand auf die Platte bannen konnte, half der Maler bei der Kolorierung nach.


(Abb. 2) Der Stadtplanausschnitt verdeutlicht die Lage des Hüttengeländes der ehemaligen Gutehoffnungshütte. 1987 ist das Areal südlich der Essener Straße, auf dem die Hochofenbetriebe lagen, schon freigeräumt und als Gewerbegebiet "Im Lipperfeld" ausgewiesen.


Die "Wiege der Ruhrindustrie" stand an der Antoniestraße im heutigen Stadtteil Osterfeld. Hier errichtete der Freiherr Franz Ferdinand von Wenge die erste Eisenhütte im Ruhrgebiet, die St. Antony-Hütte. Sie nahm am 18. Oktober 1758 den Betrieb auf.


(Abb. 3) So sah der Zeichner die St. Antony-Hütte, die erste Eisenhütte im Ruhrgebiet, um 1800 im kurkölnischen Osterfeld. Er verzichtete ebenfalls nicht auf den Qualm. Die Hochöfen wurden in den Anfangsjahren mit Holzkohle betrieben.


(Abb. 4) Auch auf der Hütte Gute Hoffnung in Sterkrade, das zu Preußen gehörte, rauchten 1834 (fast) alle Schlote.


(Abb. 5) Die Hütte Neu-Essen lag auf dem Gebiet des Reichsstiftes Essen in der Nähe der Bauerschaften Lippern und Lirich. Das Bild stammt aus dem Jahre 1835.


Ganz in der Nähe der Antony-Hütte beschäftigten sich später in Sterkrade und an der Emscher in Lippern zwei weitere Hütten mit der Eisenerzeugung: Gute Hoffnung (gegründet 1782) und seit 1791 Neu-Essen.

1808 fusionierten diese drei Betriebe zur Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi Haniel & Huyssen (JH&H), die 1873 in die Gutehoffnungshütte, Actienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb (GHH) umgewandelt wurde.


(Abb. 6) Das Logo der Gutehoffnungshütte zeigte die miteinander verschlungenen Buchstaben GHH. Es gab Oberhausener, die bei seinem Anblick scherzhaft von einem "Rollmops" sprachen.


Nach dem 2. Weltkrieg zerschlugen die Alliierten den GHH-Konzern und überführten die Oberhausener Hüttenbetriebe in die neu gegründete Hüttenwerke Oberhausen AG (HOAG). Diese kam 1968 zur August-Thyssen-Hütte (ATH). Ab 1971 firmierten die Betriebe in Oberhausen als Thyssen Niederrhein AG. Seit Oktober 1986 wurden sie als Betriebsabteilung der Thyssen Stahl AG geführt.

Soweit die Besitzverhältnisse.


Die Entwicklung der Stahlindustrie. Eine Ausarbeitung von Fritz Pamp. ©2004 www.oberhausen-rheinland.de
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