Die Schachtarbeiten liefen im 1. Quartal 1847 an. Unerwartet starke Wasserzuflüsse zwangen dazu, schon in 18 m Teufe – und nicht wie geplant bei rund 40 m – mit der Ausmauerung zu beginnen. Gleichzeitig ließen die Verantwortlichen übertage in aller Eile ein Maschinenhaus für die Dampfmaschine zum Antrieb der Wasserhaltung und ein Kesselhaus errichten. Bevor diese Anlagen betriebsbereit waren, mußte die Betriebsleitung im Oktober den Schacht aufgeben und verfüllen, weil selbst mehr als 100 Mann täglich mit vier Handpumpen das Wasser nicht bewältigen konnten.
In den nächsten Jahren ruhte der Betrieb. Erst im Juni 1852 wagten die Gewerken an gleicher Stelle einen neuen Teufversuch. Der Schacht sollte nun einen lichten Querschnitt von 4,0 x 3,7 qm bekommen und von Anfang an ausgemauert werden. Dieser erreichte im folgenden Jahr in 45 Meter Teufe das Karbon, der Einsatz der leistungsfähigen Dampfpumpe hatte sich ausgezahlt.
(Abb. 4) Blick in den Schacht: Die Schachthauer luden das auf der Sohle mit der Keilhaue (= Hacke) gelöste Gestein in den Teufkübel. Im Karbon erleichterten sie sich die Lösearbeit durch Sprengungen.
In den standfesten Schichten des Steinkohlengebirges erzielten die Schachthauer zunächst verhältnismäßig gute Leistungen, so daß sie im Sommer 1854 in 102 m Tiefe die 1. Sohle aussetzen konnten. Bei den weiteren Schachtarbeiten traten dagegen wegen starker Wasserzuflüsse und Störungen an der Gestängepumpe unerwartete Schwierigkeiten auf; erst 1858 begann 157 m unter der Tagesoberfläche die Auffahrung der 2. Sohle.
Zwischenzeitlich nahm die Zeche Vereinigte Roland 1856 als zweite Schachtanlage im heutigen "Alt-Oberhausen" die regelmäßige Förderung auf. Sie warb ihr Fachpersonal, die Steiger und Hauer, meist bei den Stollenzechen im Ruhrtal an. Den Bedarf an ungelernten Arbeitskräften deckte sie in der unmittelbaren Umgebung. Die Förderung kam aus den steil gelagerten Flözen der Fettkohle, die im Pfeilerbau mit Keilhaue und Handvollversatz abgebaut wurden. Der Vollversatz sollte Bergschäden an der Tagesoberfläche verhindern.
(Abb. 5) So könnte die Zeche Roland , wie die Anlage im Volksmund vereinfacht genannt wurde, bei der Förderaufnahme ausgesehen haben. Der Kamin des Kesselhauses lieferte auch den Unterdruck für die Wetterführung.
(Abb. 6) Die Bergleute lösten die Kohlen in den geneigt abgelagerten Flözen mit der Keilhaue (= Hacke).
(Abb. 7) Pferde zogen die beladenen Wagen zum Schacht. Um die Jahrhundertwende setzte die Zeche auf der Förderschicht 16 bis 20 Pferde in der Grube ein.
(Abb. 8) "Dubbelpause" in der Förderung. Im Gegensatz zu dem Pferdeführer trägt das Tier einen Kopfschutz aus Leder. Für Bergleute wurde der Lederhelm erst Mitte der 1930er Jahre eingeführt.
(Abb. 9) Die Pferde blieben ihr ganzes Arbeitsleben untertage. Mit dem Futter kamen auch Mäuse in die Grube. Im Pferdestall sorgte eine Katze dafür, daß sich die ungebetenen Gäste, die sich auch über die Butterbrote der Bergleute hermachten, nicht zu sehr vermehrten.
