Zeche Roland

Die Zeche Roland (4)

Diese positive Entwicklung endete im August 1914 mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges.

Schon im ersten Kriegsmonat erlitt die Förderung einen starken Einbruch, weil innerhalb weniger Tage viele leistungsfähige Belegschaftsmitglieder zum Militärdienst eingezogen wurden. Über Tage besetzten Frauen die freien Arbeitsplätze, in der Grube blieb der Mangel an gelernten Kräften bestehen, bis die Reichsregierung ab März 1915 der Zeche gefangene französische Bergleute zuwies. Sie lebten zwar in einem Barackenlager, erhielten aber den gleichen Lohn wie ihre deutschen Kollegen.

Trotzdem setzte sich der Abwärtstrend fort. Eine Wende trat 1917 ein, als die Produktion die neue Rekordmarke von 270 000 t/a erreichte, allerdings mit mehr als tausend Belegschaftsmitgliedern.


(Abb. 12) Während des 1. Weltkrieges beschäftigte die Zeche im Tagesbetrieb auch Frauen.


Mitten im Krieg beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat der Harpener Bergbau AG, auf ihrer Zeche Roland einen zweiten Förderschacht teufen zu lassen. Roland 2 sollte nordöstlich von Schacht 1 kreisrund mit 5 m Durchmesser im Senkschachtverfahren mit Sprengarbeit niedergebracht und mit drei Steine starkem Ziegelmauerwerk ausgebaut werden.

Der erste Spatenstich erfolgte am 3. Oktober 1916.


(Abb. 13) Der Plan aus dem Jahre 1921 zeigt die Lage der Schächte. Der Fotograf, der das folgende Bild (Abb. 14) aufnahm, stand an der Straße Dümpter Kamp - siehe blaue Markierung rechts im Bild.


(Abb. 14) Das Bild entstand während der Teufarbeiten für den Schacht Roland 2. Das Abteufgerüst ist deutlich zu erkennen.


(Abb. 15) Die Schachthauer posierten vor dem Fotografen in wasserdichter Arbeitsklei-dung mit ihrem "Gezähe" (= Werkzeug). Der zweite Mann von rechts in der zweiten Reihe von unten zeigte einen modernen, mit Druckluft betriebenen Bohrhammer für die Sprenglöcher.


Noch zum Jahresende erreichte die Mannschaft in 45 m Tiefe das Steinkohlengebirge. Nennenswerte technische Probleme traten nicht auf. Das war offensichtlich auch bei den Arbeiten in den folgenden standfesten Gebirgsschichten nicht der Fall, denn die Schachthauer setzten im Sommer 1918 die 5. (450 m-) Sohle und im nächsten Frühjahr die 6. (650 m-) Sohle aus. 680 m unter der Tagesoberfläche stellten sie die Teufarbeiten ein.

In den Wirren der Nachkriegszeit dauerten Lieferung und Montage der Schachteinbauten, des Fördergerüstes sowie der Fördermaschine ungewöhnlich lange. Erst 1921 nahm der Schacht Roland 2 von der 6. Sohle den Förderbetrieb auf.


(Abb. 16) Über dem Schacht Roland 2 stand ein Tomson-Bock, eine von dem deutschen Ingenieur C. Erdmann aus dem Englischen Bock entwickelte Fördergerüstbauart. Benannt wurde sie nach Eugen Tomson, von 1882 bis 1900 Bergwerksdirektor der Zeche Gnei-senau (Harpener Bergbau AG), der sich kraft seines Amtes für die Verbreitung dieser Konstruktion eingesetzt hatte.


(Abb. 17) Zur Förderung diente eine Dampfmaschine mit Koepescheibe.


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