| Zwischen 1800 und 1850 baute man über dem Schacht ein wohnhausähnliches Gebäude, das Schachthaus. In einem Anbau standen die Fördermaschine und die Dampfmaschine für die Gestängewasserhaltung. Das Kesselhaus mit den Flammrohrkesseln und dem Schornstein, der oft auch den Unterdruck für die Wetterführung erzeugte, bildeten einen weiteren Teil eines Komplexes, in dem man eigentlich kein Bergwerk vermutet. |
|
| Als sich mit steigender Schachtförderung auch die Förderkörbe vergrößerten, mußte man die Seilscheiben in entsprechendem Abstand von der Hängebank verlagern. Deshalb entstand aus dem alten Schachthaus zwischen 1840 und 1880 ein oft durch Erker und Zinnen verzierter, mit der Zeit immer höher und wuchtiger werdender Förderturm, der Malakoffturm. Turm, Maschinenhaus und Kesselhaus bildeten aber solange eine Einheit, wie es die Seilführung erlaubte. Wenn die Maschine zu weit vom Schacht wegrückte, löste sich der Gebäudekomplex auf. |
|
| Parallel dazu konstruierten die Ingenieure ab 1855 aus Kostengründen auch schon hölzerne Fördergerüste, die Vorläufer des um 1870 entwickelten Deutschen Strebengerüstes aus Stahl. Die Höhe der Seilscheibenverlagerung verlangte einen bestimmten Abstand der Fördermaschine vom Schacht und damit ein separates Maschinenhaus. Auch das Kesselhaus löste sich vom Schachtgebäude. |
|
| Neuentwickelte elektrische Fördermaschinen erlaubten es um die Jahrhundertwende, die Aggregate in einem Förderturm direkt über dem Schacht zu installieren. Diese Anordnung setzte sich wegen der einfachen Seilführung besonders bei Neuanlagen immer mehr durch. Sie hatte außerdem den Vorteil, daß mindestens das Maschinenhaus wegfallen konnte, und wenn die Schachtanlage keine Kokerei betrieb, wurde sie sogar ohne Kesselhaus zu einer "kalten Zeche". |
|
- Dieses Photo der Zeche Prosper 2 zeigt drei verschiedene Seilscheibenträger-Bauarten:
- Malakoffturm
- Strebengerüst in Vollwandbauweise
- Förderturm in Stahlskelettbauweise mit Blechverkleidung.
[zurück]
