(Abb. 6) Der Hauer löste die Kohle mit der Hacke und der Lehrhauer ( Lehrhauer = Hauer in der Ausbildung) lud sie in den Förderwagen.
(Abb. 7) Der Schlepper schob den beladenen Wagen zum Schacht - ab 1861 nur noch bis zu einem Bremsberg oder bis zur Fördersohle - und brachte auf dem Rückweg einen "Leeren" mit.
(Abb. 8) Im Füllort am Schacht beschickten die Anschläger und ihre Helfer die Förderkörbe mit den beladenen Wagen, die von übertage kommenden Leerwagen liefen gleichzeitig auf der anderen Schachtseite ab. Die Petroleumleuchten in den Füllörtern wurden auf der Zeche Oberhausen 1906 durch elektrische Leuchten ersetzt.
(Abb. 9) Im Jahre 1861 setzte die Zeche in den Hauptstrecken erstmals Pferde ein. In besonderen Fällen durfte der Pferdeführer im ersten Wagen des Zuges mitfahren.
(Abb. 10) Der Pferdeführer und sein Pferd machen gemeinsam eine Pause. Nicht selten entwickelte sich mit der Zeit zwischen Mensch und Tier ein besonderes Vertrauensverhältnis.
In den ersten Betriebsjahren konnten die Bergleute ihre 200 m bzw. 240 m unter der Tagesoberfläche liegenden Arbeitsplätze nur über die Fahrten (Fahrte = Leiter) in den Schächten erreichen. Um die auf 700 Mitarbeiter angewachsene Belegschaft von diesen Strapazen zu entlasten, beschloß die Betriebsleitung 1860, im Schacht Oberhausen 2 bis zur 2. (240 m-) Sohle eine Fahrkunst installieren zu lassen. Diese scheint sich bewährt zu haben, denn sie wurde noch 1883 bis zur 5. (429 m-) Sohle verlängert, obgleich der Schacht Oberhausen 1 seit 1867 mit einer modernen Seilfahrtsanlage ausgerüstet war.
Der große Kokskohlenbedarf der Hüttenkokerei führte zur vollen Auslastung der Zeche Oberhausen. Als weitere Folge verlagerte sich der Abbau schnell in die Tiefe, d.h. beide Schächte mußten während des Förderbetriebes tiefer geteuft werden. So erreichten die Schachthauer 1862 die 3. (292 m-) Sohle, 1871 die 4. (359 m-) Sohle, 1884 die 5. (429 m-) Sohle und schließlich 1892 in 508 m Teufe die 6. Sohle.
Zwischenzeitlich traten in der Bewetterung der Abbaubetriebe immer öfter Schwierigkeiten auf. Die verhältnismäßig geringe Wettermenge des Wetterofens reichte nicht mehr aus, Ansammlungen von Methan (CH4) und damit eine Schlagwettergefahr mit Sicherheit zu verhindern. Deshalb beschlossen die Verantwortlichen 1873, eine "Wettermaschine" installieren zu lassen und die Belegschaft in grubengasgefährdeten Flözen mit geschlossenen Lampen (Wetterlampen) auszurüsten. Der Guibal-Ventilator wurde von einer Dampfmaschine angetrieben.
(Abb. 11) Professor Jules Guibal (1813 - 1888) führte als erster Wissenschaftler Untersuchungen zur Grubenbelüftung durch. 1860 stellte er eine Ventilatorbauart vor, die axial auf beiden Seiten 3 000 cbm/min Luft ansaugen konnte. Das verhältnismäßig langsam (30 - 60 U/min) drehende Laufrad hatte 12 m Durchmesser und war 3,5 m breit. Das Gehäuse der Maschine bestand aus Ziegelmauerwerk.
Die Bergpolizeiverordnung vom 1. Oktober 1881 forderte für alle Bergwerke, die nur über einen Schacht verfügten, "einen zweiten Ausgang". Um die Auflage zu erfüllen, stellten die Bergleute der nordwestlich gelegenen Zeche Osterfeld (heute OLGA-Park) 1885 eine Verbindungsstrecke zur Zeche Oberhausen fertig.
