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Teufbericht


Bericht aus dem Jahre 1853 an das Bergamt (Essen-) Werden
über das Teufen des Schachtes Concordia 1.

Anmerkung: Die heute nicht mehr gebräuchlichen Maße wurden mit folgenden Werten umgerechnet:
1 Lachter = 2,09 m
1 Fuß = 0,314 m
1 Zoll = 2,62 cm

Schon bei Erbohrung der Flöze haben sich in hiesiger Gegend dem Niederbringen der Bohrlöcher durch das 5 – 7 Lachter (= 10,45 m – 14,63 m) mächtige aufgelagerte grobe Kieslager gewaltige Schwierigkeiten entgegengestellt, weshalb man auch besonders wegen der zu erwartenden starken Wasserzuflüsse vorher wohl in Überlegung genommen, wie am besten und sichersten der Schacht niederzubringen sei, ob nämlich:

Nachdem man sich für die letztere Art der Abteufung entschlossen hatte, wurde selbiges am 1.4.1850 auf dem Fundbohrloche der Mutung Oberhausen befangen (= begonnen) und in diesem Monat der Schacht bis zu 1 Lachter (= 2,09 m) Tiefe im Sand und Kies bis auf den Wasserspiegel abgeteuft, dann aber wurde die Abteufung des Schachtes wegen Aufführung des Maschinengebäudes und Kesselhauses und Kamines bis zum Oktober selbigen Jahres unterbrochen. In dieser Zeit nun waren genannte Gebäulichkeiten hergestellt, auch in denselben eine Maschine von 80 Pferdekräften mit zwei liegenden Zylindern á 20 Zoll (= 524 mm) Durchmesser, zur einstweiligen Wasserhaltung und späterhin zur Fördermaschine eingerichtet, aufgestellt, so daß mit dem 14.11. die Abteufung des Schachtes wieder fortgesetzt wurde. Mit der Senkmauer ging man 5¼ Lachter (= 10,98 m) durch Sand und Kies glücklich nieder, wo sich derselbe dann bei dieser Teufe auf das Mergelgebirge aufsetzte. Die Wasserzuflüsse betrugen in dieser Teufe pro Minute 216 Kubikfuß (~ 6,7 m³).
Bei 28¼ Lachter (= 59,04 m) ganzer Schachtteufe vom Rasen an, erreichte man am 10.5.1851 das Steinkohlengebirge und am 11. Mai selbigen Jahres das erste Steinkohlenflöz von 44 Zoll (= 115,2 cm) Oberbank, 3 Zoll (= 7,9 cm) Berge und 5 Zoll (= 13,1 cm) Unterbank, mit 55 Grad nach Norden einfallend. Nachdem im Steinkohlengebirge überhaupt 17¼ Lchtr. (= 36,05 m) bis zu einem ziemlich kompakten Schieferton abgeteuft waren, wurde hierselbst das Fundament zum Einsetzen der wasserdichten Mauer ausgeschlägelt (= mit Schlägel und Eisen herausgearbeitet). Diese wasserdichte Schachtmauer wurde von hier aus mit durchschnittlich 2 Mauerstein Stärke auf 35½ Lachter (= 74,2 m) Höhe bis zu Tage ziemlich wasserdicht aufgeführt. Der Schacht erhielt in der Mauerung eine lichte Weite von 12 Fuß, 4 Zoll (= 3,87 m) und eine Länge von 14 Fuß (= 4,40 m) und ist in Maschinenschacht, Fahrschacht und Wetterschacht eingeteilt. Mit diesen Dimensionen wurde das Abteufen des Schachtes bis zu 80 Lchtr. (= 167,2 m) Teufe fortgesetzt und sind bis daher mit demselben 5 Steinkohlenflöze durchteuft worden. Inmittelst (= inzwischen) wurde aber bei 68 Lchtr. (= 142,1 m) Schachtteufe von den Fördertrümmen aus gegen Süden ein Füllort gebrochen und dieses mit der Breite von beiden Fördertrümmen 4 Lchtr. (= 8,04 m) gegen Süden erlängt (= verlängert), wonächst (= wo später) dann von hier aus zur Ausrichtung der Kohlenflöze die Querschläge gegen Norden und Süden doppelspurig mit 76 Zoll (= 1,99 m) Höhe und 80 Zoll (= 2,10 m) Weite angesetzt und fortgetrieben wurden.

Der Oberberggeschworene Lind vom Bergamt (Essen-) Werden beschrieb in seinem Bericht über die Befahrung (= Inspektion) der Baustelle am 8.6.1850 die Arbeitsvorbereitungen für den Senkschacht wie folgt:

Das Auswerfen des im vorigen Monat befangenen Schachtes wurde bis zu ca. 1 Lachter (= 2,09 m) Tiefe fortgesetzt, woselbst man den Wasserspiegel erreicht und nunmehr diese Arbeit so lange gestundet werden muß, bis daß die fernere Abteufung durch Senkmauerung erfolgen kann. Man hat zu diesem Behufe inmittelst den Rost (Anm.: später "Senkschuh" genannt) angefertigt, der unten auf einer Senkmauer zu liegen kommt, und geht auch dieser seiner Vollendung entgegen. Die Dimensionen desselben im Querschnitt sind in nebenstehender Figur näher angegeben; an dem unteren Ende soll derselbe in seinem ganzen Umfang mit einem 8 Zoll (= 21 cm) breiten und 3/8 Zoll (~ 1 cm) starken eisernen Band versehen werden und dieser zum besseren Durchschneiden des Gebirges 2 Zoll (= 5,2 cm) vor dem hölzernen Rost nach der Tiefe zu vorspringen, so daß also zur Befestigung desselben an dem Rost noch 6 Zoll (= 15,7 cm) in der Breite übrig bleiben. Bei a) wird eine Bretterverschalung angebracht und diese so hoch mit in die Höhe genommen, als wie die Senkmauer tief wird, wodurch das Auseinanderreißen der Senkmauer während des Senkens vermieden werden soll. Die Senkmauer selbst erhält eine Märke von 21 Zoll (= 55 cm) und einen solchen Durchmesser, daß später, wenn die wasserdichte Mauer von dem Steinkohlengebirge zur Höhe gebracht wird, noch eine Futtermauer von 1 Stein Stärke vor ihr aufgemauert werden kann, ohne daß die gewählten Schachtdimensionen sich verringern.

Beide Berichte sind zitiert in:H. Morsbach, 100 Jahre Concordia-Bergbau, Oberhausen 1950


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