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Die Zeche Concordia 2/3


Mitte der 1850er Jahre stieg der Bedarf an Steinkohle infolge der guten Konjunktur stetig an. Deshalb begann die Bergbaugesellschaft Concordia 1856, 630 m nordwestlich des Schachtes Concordia 1 (Schacht Haniel) einen zweiten Schacht, der ab 1861 Flashoff genannt wurde, im Querschnitt 4,63 x 5,0 m qm abzuteufen. Dieser traf in 74 m Tiefe das Karbon und einige Meter tiefer das erste Flöz an.

1861 nahm die selbständige Zeche Concordia 2 die Förderung auf. Eine Verbindungsstrecke zwischen den Schächten Concordia 1 und Concordia 2 verbesserte die Wetterführung auf beiden Anlagen. Den benötigten Unterdruck zur Belüftung der Gruben lieferten die Kamine der Kesselhäuser.



Der Schacht Concordia 2 erhielt 1863 als letzter im Ruhrgebiet eine Fahrkunst, auf der die Belegschaft 20 Jahre lang an- und ausfuhr. Aus Kostengründen ließen die Verantwortlichen das Gestänge der Abteufwasserhaltung zu diesem Zweck umbauen. Für den Betrieb machte die Bergbehörde strenge Auflagen.

Eine Seilfahrtsanlage wurde erst 1883 eingerichtet.


An dieser Stelle erscheint es angebracht zu sein, die Möglichkeiten der Schachtbefahrung vor Einführung der Seilfahrt kurz zu beschreiben. Seit altersher benutzte der Bergmann bei den damals meist geringen Teufen die Fahrten (Fahrte = Leiter). Um 1830 wurden im Harz sogenannte Fahrkünste entwickelt, die 1852 auch im Ruhrgebiet Eingang fanden. Eine Fahrkunst bestand aus zwei im Schacht parallel verlaufenden Gestängen, an denen in Abständen von zwei bis drei Metern Fußtritte und Handgriffe befestigt waren. Eine Dampfmaschine bewegte beide Gestänge im gegenläufigen Rhythmus auf und ab. Der Hub entsprach dem Abstand der Tritte. Bei Umkehr der Bewegungsrichtung stieg der Bergmann auf das andere Gestänge um und konnte so verglichen mit den Fahrten leicht und schnell den Höhenunterschied im Schacht bewältigen.

In den folgenden Jahren ging der Ausbau der Zeche kontinuierlich weiter:1863 nahmen eine Wäsche und eine Kokerei mit 8 Bienenkorböfen den Betrieb auf. Wegen des guten Koksabsatzes kamen 1867 20 Bienenkorböfen mit Füllwagenbeschickung hinzu. Im Jahre 1873 erhielt Schacht II anstelle des Malakoffturms ein modernes Fördergerüst und eine neue Fördermaschine, weil die Schachtförderung auf 2-etagige Förderkörbe umgestellt wurde.

Schon in den 1860er Jahren verursachte die Zeche erhebliche Bergschäden, weil durch den Abbau in der Nähe des Bahnhofs Oberhausen ein "Senkungstrog" entstand, der sich mit Wasser füllte. Erst 1883 gelang es, den inzwischen 9 ha großen und 1,80 m tiefen "Concordia-See" durch einen Kanal zur Ruhr trockenzulegen.

Im Jahre 1887 verlieh das Oberbergamt der Gesellschaft die Solquellenfelder Hugo und Concordia. Zwischen 1979 und 1989 versorgte die RAG mit der aus 800 m Teufe gepumpten Sole dieser Quellen mit Tankwagen das Solbad Raffelberg.




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