Sie sind hier: Zeche Alstaden
Zurück zu: Industrie und Bergbau
Weiter zu: Belegschaft und Produktion Daten Eine Galerie
Allgemein: "Stadt der guten Hoffnung" Gästebuch Sitemap Kontakt Impressum

Suchen nach:

Zeche Alstaden (3)


Anfang des Jahres 1859 beantragte Albert de Gruyter in seiner Eigenschaft als Repräsentant der Mülheimer Bergbau-Kommanditgesellschaft Albert de Gruyter & Co bei der Bergbehörde, die der Firma gehörenden 13 Grubenfelder zum 17,3 qkm großen Feld Alstaden zusammenzufassen (zu konsolidieren). Das Bergamt (Essen-) Werden entsprach am 9. Juni desselben Jahres dem Antrag. Seit diesem Zeitpunkt führte auch die Zeche den Namen Alstaden. Später zeigte sich, daß nur im nördlichen Teil des Feldes, auf etwa 8 qkm der Fläche, bauwürdige Flöze anstanden (Siehe Abb. 1).

Im August 1859 nahm die neue Schachtanlage die regelmäßige Förderung auf. Die Kohle kam nach dem Aussortieren der groben Berge (Berge = Steine) direkt zum Verkauf. Der Absatz erfolgte mit Fuhrwerken oder Schiffen. Für den Transport zum Hafen stand eine zecheneigene, 430 m lange doppelspurige Pferdeeisenbahn zur Verfügung. Der Bahndamm ist noch heute im Ruhrpark erkennbar.
Einen Bahnanschluß an den Bahnhof Oberhausen erhielt die Zeche Alstaden 1862. Diese Strecke wurde zunächst ebenfalls als Pferdebahn betrieben. Im November 1863 erteilte die zuständige Polizeibehörde in Mülheim nach der vorgeschriebenen Abnahmeuntersuchung den Betriebsschein für den Einsatz von Lokomotiven. (Die preußische Verwaltung hatte 1816 die Technische Polizei-Kontrolle eingeführt und dieser Behörde Aufgaben zugewiesen, die später der Technische Überwachungsverein wahrnahm.)

Die zweite Anschlußbahn zum Bahnhof Styrum ging 1877 in Betrieb.Die Produktion der Zeche Alstaden fand als Brennstoff in Feldbrand-Ziegeleien und Schmieden, als Kesselkohle sowie als Hausbrand im In- und Ausland Verwendung.






Die Schachtanlage Alstaden warb ihr Fachpersonal, die Steiger und Hauer, meist bei den Zechen im Ruhrtal an. Den Bedarf an ungelernten Arbeitskräften deckte sie in der unmittelbaren Umgebung. Die Förderung kam aus den flach gelagerten Flözen der Eßkohle, die im Pfeilerbau abgebaut wurden. Der Hauer löste die Kohle mit der Keilhaue, wobei er sich die Arbeit durch einen Schram, das ist ein etwa 10 cm breiter Schlitz im Kohlenstoß auf dem Liegenden des Flözes, erleichterte. Schlepper luden die Kohle in Förderwagen und schoben diese zum Bremsberg oder zur Ladestelle in der Hauptstrecke.






(Abb. 14) Für die Schachtförderung war eine Trommelfördermaschine im Einsatz.

Am Ende des ersten Betriebsjahres (1859) hatte eine unbekannte Anzahl Bergleute rund 8 000 t Kohle gefördert. Ein Jahr später beschäftigte die Zeche Alstaden 253 Bergleute, die Jahresproduktion lag bei 41 000 Tonnen.

Die steigende Förderung erforderte eine weitere Erschließung des Grubenfeldes. Deshalb nahmen die Schachthauer 1861 im Schacht Alstaden 1 die Arbeiten wieder auf. Sie erreichten 1863 in 237 m Teufe das Niveau der 2. Sohle. In den folgenden Jahren wurde der Grubenbau – den Erfordernissen der Kohlengewinnung entsprechend – weiter vertieft: 1868 setzten die Teufmannschaften bei 285 m die 3. Sohle und 1896 in 390 m Tiefe die 4. Sohle aus. Als sie die 5. (513 m-) Sohle erreicht hatten, beendeten sie im Jahre 1909 die Arbeiten.

Anfang 1864 ging die 2. Sohle als weitere Fördersohle in Betrieb. Die Bergleute mußten täglich zweimal im Schacht 240 Höhenmeter auf den Fahrten (Fahrte = Leiter) überwinden, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen bzw. zu verlassen. Insgesamt benötigten sie dafür fast drei Stunden, zusätzlich zu ihrer zehnstündigen Arbeitszeit! Die Werksleitung wollte der Belegschaft die unfallträchtige und kraftraubende Kletterei im Schacht ersparen und beantragte am 23. Oktober 1864 beim Königlich Preußischen Oberbergamt in Dortmund eine Seilfahrtserlaubnis. Die Behörde entsprach dem Antrag am 4. November 1864. Es durften 8 Personen gleichzeitig auf einem Korb fahren, die Geschwindigkeit war zunächst auf 2 m/s begrenzt. 1868 genehmigte das Oberbergamt die gleichzeitige Beförderung von 12 Bergleuten auf einem Korb mit 3,8 m/s Seilgeschwindigkeit, als der Schacht Alstaden 1 eine stärkere Fördermaschine und Körbe mit zwei Tragböden erhalten hatte.


Gehe zu: Zeche Alstaden (2) Zeche Alstaden (4)