Die wegen ihrer Formgebung „Zeppelinhäuser" genannten Gebäude auf der Rosenstraße hat der Landeskonservator unter Denkmalschutz gestellt. Die Eigentümerin, die Concordia-Chemie, dagegen befindet diese Gebäude als „nicht sanierungswürdig", sie hat Einspruch gegen den Entscheid des Landeskonservators eingelegt. Aller Voraussicht nach - das brachte die SPD-Bürgerversammlung zur Lirich-Nord-Problematik an den Tag - werden diese Häuser abgerissen werden, denn: Finanziert die Concordia nicht die Sanierung, dann muss die öffentliche Hand herhalten; zumindest die Stadt sieht sich außerstande, die dann anfallenden hohen Kosten zu tragen. Und auch das Land wird wohl, so schätzt es Wolfgang Grotthaus, SPD, ein, nicht die notwendigen Gelder zur Verfügung stellen.
Zwei Zeppelin-Häuser wurden von der Concordia-Chemie saniert, die anderen werden nicht saniert werden, so die klare Aussage der Concordia. Reparaturen wird es nicht mehr geben; kein Mieter kann zum Auszug gezwungen werden, doch wenn Mieter ausgezogen sind, werden keine neuen in die Wohnungen einziehen. Dirk Paasch von der Bunten Liste: „Es ist schon klar, warum die Concordia nicht will, dass die Häuser unter Denkmalschutz gestellt werden. Bei so einem tollen Hinterland kann man gut bauen, zweigeschossig, dreigeschossig ..."
Das Hinterland aber wird die Concordia wohl nicht nutzen können, denn da hat die Stadt ein Mitspracherecht. Wolfgang Grotthaus: „So lange die SPD hier ist, werden die Häuser vielleicht abgerissen werden, aber im Innenbereich werden keine neuen Häuser gebaut werden, da machen wir einen Strich durch die Rechnung der Concordia."
Mieter, die die „dahinsiechenden" Häuser bereits verlassen haben, fragten bei den Concordia-Vertretern auf der Bürgerversammlung an, ob ihnen wenigstens die Umzugkosten bezahlt würden, wie es zugesichert war. Eine Auflistung von Familien, deren Umzüge noch nicht bezahlt wurden, wurde verlesen. Wer sich melde, bekomme 640 Mark, versicherten die Concordia-Vertreter. „640 Mark, davon kann ich keinen Umzug zahlen", dazu eine Liricher Bürgerin.
Besetzer von Wohnungen in Häusern auf der Dorotheenstraße, die sich ebenfalls im Besitz der Concordia-Chemie befinden. suchten auf der Bürgerversammlung das Gespräch mit den Vertretern der Eigentümerin. In einer anschließenden Presseerklärung der „Initiative billiger Wohnraum" heißt es: „Hieß es noch vor unserer Besetzung, sie (die Concordia-Chemie, d. Red.) wolle gar nicht abreißen, erklärt sie jetzt, sie wolle abreißen und Altenwohnungen bauen.
Doch das ist für uns nur ein mieser Trick. Die Concordia weiß, dass der Abriss von billigen Zechenwohnungen unpopulär ist. Deswegen sucht sie einen Grund, den sie der Oberhausener Öffentlichkeit gut verkaufen kann. Auf der Dorotheenstraße wohnen viele ältere Mieter. Sie aus ihren alten, gewachsenen Strukturen für Altenwohnungen zu vertreiben wäre ein Hohn."
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