Die Aufbereitung |
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Ein wichtiger Teil des Tagesbetriebes jeder Schachtanlage war die Aufbereitung oder Wäsche. Sie stellte aus der Rohförderung marktgerechte Produkte her. Hier wurde die Förderkohle in Setzmaschinen aufbereitet, die auch in modernen Wäschen immer noch nach dem gleichen Prinzip arbeiten. Für den technisch interessierten Leser erklärte eine Druckschrift des Herstellers Schüchtermann & Kremer-Baum (SKB): |
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Die Setzmaschine besteht aus zwei Abteilungen, der Bergeabteilung und der Mittelgutabteilung. Sie trennt deshalb die Rohkohle in drei Produkte, nämlich Reinkohle, Mittelgut und Berge. Das mit Wasser gefüllte Setzfaß ist durch mehrere Querwände in Setzkammern unterteilt, deren Druckräume und Setzräume nach Art kommunizierender Röhren miteinander in Verbindung stehen. Die Setzkammern sind über mechanisch gesteuerte Luftsteuerventile mit einer Druckluftleitung verbunden, die vorgespannte Luft von 0,15 – 0,25 atü führt. Jedes Steuerventil verbindet den zugehörigen Druckraum wechselweise mit der Druckluftleitung und der Atmosphäre, so daß Druckluftpulse entstehen, welche den Wasserinhalt des Setzfasses auf- und abbewegen. Unter dem Einfluß von minutlich 50 - 60 Pulsen wird das Gut auf dem Setzsieb angehoben und aufgelockert. Es geht aus dem vorher kompakten Zustand in einen Fließzustand über und bildet nun mit dem Wasser eine unstabile Schwerflüssigkeit, in der sofort eine Schichtung nach der Wichte einsetzt. Die leichten Kohlekörner wandern nach oben und die schweren Berge nach unten. Die Kohle wird durch den Transportwasserstrom erfaßt und über ein Wehr ausgetragen. Die Berge bewegen sich unter dem Einfluß der Pulse über das Setzsieb zur Berge-Austragsöffnung hin … |
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Wenn der Salz- oder der Feststoffgehalt auf unzulässige Werte stieg, wurde ein Teil des Waschwassers aus dem Kreislauf abgezweigt und über Klärteiche geschickt, bevor er in die Kanalisation floß. In den Teichen setzte sich die Schlammkohle ab, die getrocknet im Kesselhaus als Heizmaterial Verwendung fand. |
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In der Aufbereitung gab es in den 1950er Jahren zunehmend Probleme mit der veränderten Zusammensetzung der Rohkohle. Durch die Mechanisierung der Kohlengewinnung und die Staubbekämpfung in den Abbaubetrieben stiegen neben dem Berge- auch ihr Feinkorn- und Wassergehalt stetig an. Als Folge davon mußten die Betriebsmittel immer wieder an die neuen Bedingungen angepaßt und der Betriebsablauf optimiert werden. Unter anderem befreiten moderne Kläreinrichtungen das Waschwasser von den unerwünschten Schlämmen, die eine Flotationsanlage in ihre Bestandteile Kohle und Berge trennte. |
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Sehr vereinfacht ausgedrückt, lief der Betrieb in der Aufbereitung folgendermaßen ab: |
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Auf der Hängebank wurden die aus der Grube kommenden Förderwagen in Kreiselkippern auf ein Leseband entleert. Hier entfernten Arbeiter Fremdkörper wie Holz und Eisen sowie grobe Berge (= Steine) aus dem Fördergut. Anschließend zerkleinerte ein Brecher die abgesiebten Brocken über 120 mm Korngröße. |
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Die Rohwaschkohle kam also mit einer Körnung unter 120 mm über Gummigurtförderer in die Vorklassierung. Hier erfolgte eine Trennung in Grobkorn mit 120 mm bis 10 mm und Feinkorn unter 10 mm Korngröße, die separat weiterverarbeitet wurden. |
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Die Feinkornsetzmaschine teilte das in Sichtern vom Staub befreite Feinkorn entsprechend in Feinkohle, Feinzwischengut und Berge auf. Nach der Entwässerung und Mischung mit Feinstkohle aus der Flotation und mit Sichterstaub stand die Feinkohle als Kokskohle zur Verfügung. |
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Das Zwischengut durchlief einen Brecher und die Nachwaschsetzmaschine. Die hier ausgewaschene Kohle wurde der Nußkohle vor dem Sieben beigemischt, das Mittelgut in den Wanderrostkesseln eingesetzt. |
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Waschberge, die nicht in der Grube als Versatz Verwendung fanden, transportierte man auf die Halde. |
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Die aufbereitete Kokskohle gelangte über eine Mischanlage und Gummigurtförderer in die Kohlentürme der Kokerei. Nur die überschüssigen Mengen standen zum Verkauf an. |
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