Die Stillegung der Concordia-Betriebe |
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Ende der 1950er Jahre stockte erstmalig nach dem 2. Weltkrieg der Absatz der Steinkohle, weil das Heizöl immer mehr den deutschen Wärmemarkt eroberte. Hinzu kam, daß der spezifische Energieverbrauch in der Strom- und Stahlerzeugung infolge technischer Prozeßverbesserungen sank. 1950 setzten die Kraftwerke noch 0,58 kg Kohle je Kilowattstunde ein und im Hochofen brauchte man über eine Tonne Koks, um eine Tonne Roheisen zu erzeugen. In den folgenden Jahren verringerten sich die entsprechenden Einsatzmengen auf 0,34 kg/kWh bzw. weniger als 900 kg/t. Die plötzliche Entlastung des Kohlenmarktes führte zunächst zu Kohlenhalden und ab 1958 sogar zu den ersten Feierschichten für Bergleute. Von nun an deckte das Mineralöl nicht nur den Zuwachs des Energieverbrauchs, sondern weitete seinen Anteil zu Lasten der Steinkohle immer weiter aus. Diese Entwicklung zwang die Unternehmen, Bergwerke stillzulegen, um die Fördermenge an den Absatz anzupassen. |
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In Oberhausen bestätigten sich 1967 die schon geraume Zeit kursierenden Gerüchte, daß die Concordia-Zechen ihre Tore schließen müßten. Denn am 8. Mai 1967 teilte der Vorstand der Concordia Bergbau AG der Stadtverwaltung offiziell mit, daß er auf der nächsten Sitzung dem Aufsichtsrat die Stillegung der Schachtanlagen Concordia 2/3 und Concordia 4/5 sowie der Kokerei empfehlen werde. |
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Am 20. Mai 1967 demonstrierten bei einer Kundgebung auf dem Altmarkt 10 000 Menschen – nicht nur Bergleute – gegen die geplante Stillegung der Zeche Concordia. Der zweite Vorsitzende der IG Bergbau, Heinz Oskar Vetter, appellierte an den Schering Konzern, sich für den Erhalt der Schachtanlagen einzusetzen. |
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Außerdem beschloß der Rat der Stadt Oberhausen folgende Resolution: |
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Der Rat der Stadt begrüßt einmütig die energischen Bemühungen des Betriebsrates der Concordia, der IG Bergbau und des DGB sowie aller politischen Kräfte, die Stillegung zu verhindern. Er appelliert an die zuständigen Stellen in Bund und Land, alles zu tun, um den Concordia-Bergleuten Arbeitsplätze zu sichern. Weder in Oberhausen, noch in den Nachbarstädten sind gegenwärtig Ersatzarbeitsplätze vorhanden! Eine Stillegung der Concordia widerspricht zudem wirtschaftlicher Vernunft. Diese Zechenanlagen gehören nach ihrer Leistungsfähigkeit und technischen Ausstattung zur Spitzengruppe der europäischen Energiewirtschaft; sie verfügen über marktgängige Kohlensorten. Der Rat unterstützt die Protestaktion der Concordia-Bergleute. An den Aufsichtsrat der Concordia Bergbau AG richtet er die eindringliche Bitte, die Entscheidung über die Stillegung nicht nur von finanziellen, auf das Gewinnstreben gerichteten Überlegungen abhängig zu machen. Es geht um den Menschen! |
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Alle Aufrufe und Appelle konnten angesichts der Haldenbestände von 500 000 t Kohle und Koks das "Aus" nicht verhindern. |
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Die letzte Kohle kam schon in der Nacht vom 22. auf den 23. März 1968 um 00.00 Uhr zutage. Die Belegschaftsmitglieder sollten noch geschlossen ihren anteiligen Jahresurlaub nehmen können. Außerdem hatten Werksleitung und Betriebsrat vereinbart, am Tag der Stillegung auf Reden zu verzichten. |
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