Die Benzin-Sicherheitslampe |
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Das offene Geleucht – am häufigsten wurde die mit Rapsöl gefüllte Öllampe verwendet, für deren Füllung und Instandhaltung der Bergmann selbst verantwortlich war – entwickelte sich in den immer tiefer werdenden und nicht sonderlich gut bewetterten Gruben zu einer großen Gefahr. Die britischen Behörden griffen dieses Problem zuerst auf. Nach einigen Explosionsunglücken beauftragten sie den Chemiker Sir Humphry Davy, Möglichkeiten zu erforschen, die das bergmännische Geleucht und damit die Untertagearbeit sicherer machten. |
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Das Conservations – Lexicon für alle Stände aus dem Jahre 1834 machte den interessierten Leser mit dem Ergebnis dieser Bemühungen bekannt (Anm.: das Wort "ihnen" im ersten Satz bezieht sich auf die Bergleute): |
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Das war 1815. Obgleich diese Erfindung in den folgenden Jahren immer weiter verbessert wurde, setzte sie sich im Ruhrgebiet wegen weiterhin bestehender Mängel lange nicht durch. Nur besonders grubengasgefährdete Zechen rüsteten ihre Belegschaft freiwillig mit den Sicherheitslampen aus. Auf zwei bis dahin schlagwetterfreien Bergwerken ereigneten sich Explosionen, die mit Sicherheit durch offenes Geleucht gezündet wurden: |
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1882 waren auf der Zeche Pluto in Wanne 59 Tote zu beklagen, und fünf Jahre später, 1887, kamen auf der Zeche Hibernia in Gelsenkirchen 52 Bergleute ums Leben. Diese Unglücke veranlaßten die Bergbehörde, für bestimmte Gruben schlagwettergeschütztes Geleucht vorzuschreiben. Die inzwischen zur Verfügung stehenden Lampen erfüllten nämlich alle bergbehördlichen Anforderungen, wie die Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen 1880 berichtete: |
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Die Schröder’sche Sicherheitslampe entspricht auf das Vollkommenste den bergpolizeilichen Anforderungen und hat sich überall, wo sie sich bis jetzt im Oberbergamtsbezirk Dortmund eingeführt hat, bewährt. Ihre allgemeine Einführung auf sämtlichen mit schlagenden Wettern behafteten Zechen möchte auf das Entschiedenste anzustreben sein. |
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Zwei Jahre später (1882) erhielt der Feinmechaniker Carl Wolf ein Patent auf eine Lampe, die noch heute nach dem selben Prinzip gebaut wird, die Benzinsicherheitslampe mit innerer Zündvorrichtung und Magnetverschluß. Der vor Manipulationen geschützt angeordnete Stahlbolzen dieses Verschlusses war durch eine starke Feder belastet und ließ sich wirklich nur in der Lampenstube mit einem Elektromagneten entriegeln. Die Benzinlampe brachte dem Bergmann neben der größeren Sicherheit und der höheren Leuchtkraft noch einen weiteren Vorteil: er konnte mit ihr nicht nur wie gewohnt den Sauerstoffmangel, sondern darüber hinaus bei klein geschraubter Flamme auch den Grubengasgehalt der Wetter feststellen. |
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Seit Einführung der bis zu 6 kg schweren elektrischen Mannschaftslampen mit Rundlicht ab 1910 verschwanden die Benzinlampen immer mehr aus der Grube, weil diese nur noch von besonders ausgebildeten Bergleuten, wie Aufsichtspersonen, Wettermännern und Sprengberechtigten, für Wettermessungen verwendet werden durften. |
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