Mäusken, ich bin ma' eben anne Bude…
Die Buden. Sie sind im ganzen Ruhrgebiet zu finden und auch heute, im Zeitalter der längeren Ladenschlusszeiten selbst aus dem Stadtbild von Oberhausen nicht wegzudenken. Die Bude an der Ecke hat sogar die Tante-Emma-Läden überlebt. Ein Phänomen!
Die ersten Buden soll es bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts vor Zechen- und Fabriktoren oder auf dem Werksgelände als Kneipenersatz gegeben haben. Die harte Arbeit unter Tage oder in den Fabriken machte durstig! Ihren Aufschwung erlebte die Bude allerdings erst in den 1950er Jahren.
Buden in Oberhausen
Trinkhalle, Verkaufshalle, Seltersbude, Kiosk, Süßigkeitenbude, Klümpkenbude – alles Namen für die „Bude“ an der Ecke. Heute besteht das Verkaufssortiment in den Buden überwiegend aus Süßwaren, Getränke, Zigaretten, Zeitschriften und sogar Backwaren.
Ich kann mich allerdings noch gut an die Zeiten erinnern als es an der Bude noch Rollmöpse, saure Gurken und sogar „lose“ Zigaretten gab. Ein Renner war in den 1960er Jahren das „Bollerwasser“. Der Flaschenverschluss war eine Glaskugel, die mit einem speziellen „Öffner“ in den Flaschenhals gedrückt wurde. Die Kugel rollte beim trinken natürlich immer wieder nach oben. Aber mit etwas Übung konnte man auch einen „großen“ Schluck aus der Flasche nehmen.
Leider sind in Oberhausen heute von den „Urbuden“, bunt gestrichene Holzhäuschen, so gut wie keine mehr zu finden. Die heutigen Buden sind aus Stein gebaut oder Ladenlokale. Auf jeden Fall ist die Bude ein wichtiger Ort sozialer Kommunikation geblieben!
Ich wünsche der Bude noch lange Jahre viel Erfolg. Und, wenn mir mal wieder die Fluppen oder dat Pilsken ausgehen, werde ich hier auch weiterhin sagen: „Mäusken, ich bin ma’ eben anne Bude…“
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